Jetzt hülfe Donald Trump und sein Tweet:

Mittwoch, den 18. Januar 2017 um 00:34 Uhr
Drucken

"Sad about #BAYER #COVESTRO. Wrong to follow up this killer pipeline that undermines our nation's trust in the integrity of its economic establishment",

woraufhin die Aktienkurse beider Firmen auf Talfahrt gingen. Nur wenige Stunden später wäre das Unding vom Tisch. Eine bedröppelte Truppe aus Vorständen beider Unternehmen gäbe das Ende der CO-Pipeline vor der internationalen Presse bekannt.

Noch haben wir keinen eigenen Donald der dem Polit- und Wirtschaftsestablishment unangenehm einheizt. Und eigentlich sollte es auch anders gehen. Nur wie?

Auf dem Rechtsweg? Offenbar nicht. Aus juristischer Sicht ist es jetzt nur noch eine gewöhnliche Rohrleitung. Das zu transportierende Produkt, hier tödliches Kohlenmonoxid, steht weder vor dem Verfassungsgericht noch vor dem OVG zur Debatte. Also warum verbieten?

Politisch? Gespräche, selbst auf Landtags- und Ministerebene, blieben erfolglos. Im Gegenteil, die Lobbyarbeit der Kunst-stoffindustrie wurde erheblich ausgeweitet: Sogar mit finan-zieller Unterstützung lokaler Industrie- und Handelskammern, die sich über Zwangsmitgliedschaften aller Unternehmen finanzieren.

Es sollte also keinen wundern, wenn die BürgerInnen die Systemfrage stellen und auf die Suche nach Alternativen gehen. Im Ergebnis wäre das dann, wenn man unsere Geschichte so Revue passieren lässt, vielleicht noch traumatischer als die Leckage einer Kohlenmonoxid-Pipeline in einer Wohnsiedlung, neben einem Kindergarten oder einer Schule. Sogar für Bayer- und COvestro-Manager.


Satirisch - utopische in Betrachtung
Konrad Wilms