Innerhalb von 2 Tagen wurden bei Auskiesungsarbeiten im Rhein in Duisburg Süd 2 Zehn-Zentner-Bomben gefunden. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit liegen solche Blindgänger in Nähe der gemeinsamen Trasse der CO-Giftgaspipeline und der Wingas-Erdgasleitung.

Laut Bericht des Innenministeriums „Gefahrenabwehr/Kampfmittelbeseitigung 2008“ wurden lediglich 115 Bomben (42%) der Blindgänger durch Luftbildaufnahmen und 59 Bomben (21,5) % durch Sondierung/Detektion gefunden.

Die erschreckend hohe Anzahl von 100 Bomben (36,5%) wurde nicht entdeckt , sondern erst bei Erdarbeiten aufgespürt !

Da diese Blindgänger zum Teil mit brisanten chemisch-mechanischen Langzeitzündern besitzen, sind Selbstdeexplosionen jederzeit zu erwarten.

Eine 250kg Bombe erzeugt dabei einen Krater von 6m Tiefe und 15m Durchmesser, wie in Hessen am 1.7.2009 geschehen.

Deshalb bleibt die unverzichtbare Forderung der Bürgerinitiative Contra –Pipeline und die rechtliche Verpflichtung von Bezirksregierung und den für den Bau Verantwortlichen Fa BAYER und WINGAS, die gesamte Duisburger Trasse von 17,5 Km gründlichst zu detektieren.

Die für die Verlegung der Pipelines verantwortliche Fa WINGAS, die sowohl die Bezirksregierung als auch das Innenministerium bezüglich der Kampfmittelsondierung belogen hat, darf nicht aus ihrer Verantwortung entlassen werden. Zumal zurzeit die Staatsanwaltschaft gegen WINGAS ermittelt.

Auch die Stadt Duisburg verlangt in einem Schreiben an die Bezirksregierung: Wie im Planfeststellungsbeschluss vorgeschrieben besteht eine Kampfmittelsondierungs- Pflicht für die gesamte 17,5 Km lange Trasse auf Duisburger Gebiet.

Auch wenn die CO-Giftgas-Pipeline höchstwahrscheinlich nie in Betrieb gehen wird, bleibt diese Forderung wegen des hohen Gefährdungspotentials und den Erfahrungen aus mehreren schweren Erdgas-Pipeline Unglücken bestehen.

Erich Hennen
Sprecher der Bürgerinitiative
Contra- Pipeline

Schon im August wand sich Dr. Greulich, Leiter des Umweltdezernats der Stadt Duisburg an den Regierungspräsidenten Büssow in einem Schreiben, in dem er insbesondere wegen der fehlenden Kampfmittelprüfung feststellte, dass "... die CO-Leitung in der planfestgestellten Form nicht akzeptiert werden kann und ein Betrieb der Leitung abgelehnt wird".

Die Bürgerinitiative COntra-Pipeline trifft sich wieder am 11. November 2009 um 19:30 Uhr in der evangelischen Kirche Ungelsheim, Blankenburger Straße

 

Die 1 1/2 Stunden Wanderung führte zu einigen markanten und kritischen Stellen der Pipeline im Duisburger Süden: Twischen Infineon und Landhaus Milser, wo die Pipeline unter dem Bürgersteig verläuft und weiter unter dem Kreisverkehr mit der Weltkugel und dannlängs durch Landschaftsschutzgebiet Bruchgraben nah an der neuen Siedlung südlicher Angerbogen weiterführt.

Landtagsabgeordneter und Wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen im Landtag, Johannes Remmel, zeigte sein Unverständnis über die gewählte Trasse, so nah an Wohnbebauung und Schulen.

Auch die "Leitungsautobahn" am Wendehammer der Braunlagerstraße, wo sich gleich 4 der 18 im Duisburger Süden verlaufenden Pipelines kreuzen, wurde eindeutig als zu kritisch beurteilt: einmal, weil auch dort die falschen, zu dünnen Rohre eingebaut wurden, aber auch, weil die dort seit 40 Jahre liegenden EON-Gasleitungen teilweise bis zu 40% korrodiert sind. Da wird es nur allzu verständlich, dass der dort wohnende Hausbesitzer derweil sein Haus verkauft hat, wie übrigens einige andere auch längs der Pipeline.

Bei weiteren Stopps der Protestwanderung konnten die Teilnehmer von Herrn Remmel erfahren, dass nach wie vor kein Verständnis für den Bau einer Leitung zur erwarten ist, da eine vor Ort Erzeugung in Uerdingen die bessere Lösung wäre.

Seitens der Grünen wird daher im Landtag das Thema bei der nächsten Umweltausschuss Sitzung erneut aufgegriffen. Außerdem wird im Landtag der Antrag auf Beendigung des Projekts noch einmal gestellt, d.h. Aufhebung des Enteignungsgesetzes.

Herr Hennen und Herr Remmel zeigten sich befremdet von den neuesten Kampagnen von Ministerin Thhoben, VCI-Chef Lehner, DGB-Chef Schneider und Vorstandsvorsitzenden Wenning von der BAYER-AG, die den Pipelinegegnern Arbeitsplatzvernichtung, Industriefeindlichkeit und Innovationshemmung vorwerdfen. Hennen stellte nochmals deutlich klar, dass dieBürgerinitiativen voll hinter dem Industriestandort NRW stehen und ihr Kampf nicht gegen BAYER sondern ausschließlich gegen eine Giftgasleitung durch Wohngebiete geführt wird.

Da bedarf es auch keiner weiteren diffusen Aufklärungen und Informationen von Politik und Industrievertretern. Letztere sollten sich nur darüber im Klaren sein, dass sie selbst denStandort der Chemie in NRW gefährden: Denn bei einem mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwartendem GAU der Leitung mit katastrophalen Folgen für die Bevölkerung wäre dies das Aus für die Chemische Industrie in NRW.