Die 1 1/2 Stunden Wanderung führte zu einigen markanten und kritischen Stellen der Pipeline im Duisburger Süden: Twischen Infineon und Landhaus Milser, wo die Pipeline unter dem Bürgersteig verläuft und weiter unter dem Kreisverkehr mit der Weltkugel und dannlängs durch Landschaftsschutzgebiet Bruchgraben nah an der neuen Siedlung südlicher Angerbogen weiterführt.

Landtagsabgeordneter und Wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen im Landtag, Johannes Remmel, zeigte sein Unverständnis über die gewählte Trasse, so nah an Wohnbebauung und Schulen.

Auch die "Leitungsautobahn" am Wendehammer der Braunlagerstraße, wo sich gleich 4 der 18 im Duisburger Süden verlaufenden Pipelines kreuzen, wurde eindeutig als zu kritisch beurteilt: einmal, weil auch dort die falschen, zu dünnen Rohre eingebaut wurden, aber auch, weil die dort seit 40 Jahre liegenden EON-Gasleitungen teilweise bis zu 40% korrodiert sind. Da wird es nur allzu verständlich, dass der dort wohnende Hausbesitzer derweil sein Haus verkauft hat, wie übrigens einige andere auch längs der Pipeline.

Bei weiteren Stopps der Protestwanderung konnten die Teilnehmer von Herrn Remmel erfahren, dass nach wie vor kein Verständnis für den Bau einer Leitung zur erwarten ist, da eine vor Ort Erzeugung in Uerdingen die bessere Lösung wäre.

Seitens der Grünen wird daher im Landtag das Thema bei der nächsten Umweltausschuss Sitzung erneut aufgegriffen. Außerdem wird im Landtag der Antrag auf Beendigung des Projekts noch einmal gestellt, d.h. Aufhebung des Enteignungsgesetzes.

Herr Hennen und Herr Remmel zeigten sich befremdet von den neuesten Kampagnen von Ministerin Thhoben, VCI-Chef Lehner, DGB-Chef Schneider und Vorstandsvorsitzenden Wenning von der BAYER-AG, die den Pipelinegegnern Arbeitsplatzvernichtung, Industriefeindlichkeit und Innovationshemmung vorwerdfen. Hennen stellte nochmals deutlich klar, dass dieBürgerinitiativen voll hinter dem Industriestandort NRW stehen und ihr Kampf nicht gegen BAYER sondern ausschließlich gegen eine Giftgasleitung durch Wohngebiete geführt wird.

Da bedarf es auch keiner weiteren diffusen Aufklärungen und Informationen von Politik und Industrievertretern. Letztere sollten sich nur darüber im Klaren sein, dass sie selbst denStandort der Chemie in NRW gefährden: Denn bei einem mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwartendem GAU der Leitung mit katastrophalen Folgen für die Bevölkerung wäre dies das Aus für die Chemische Industrie in NRW.