7. Januar 2010

Erneuter Bombenfund - Stadt Duisburg fordert ausgeweitete Kampfmittelsuche

Nach einem erneuten Bombenfund an der CO-Leitung fordern Stadtdirektor Dr. Peter Greulich und der Sprecher der BI COntra-Pipeline, Erich Hennen, den Regierungspräsidenten Jürgen Büssow eindringlich auf, den gesamten Pipeline-Verlauf auf Duisburger Stadtgebiet nach Kampfmittel sondieren zu lassen. „Die Vorgehensweise des Kampfmittelräumdienstes zur räumlichen Identifizierung von Bomben mag bei normalen Projekten angemessen sein, beim Bau einer CO-Pipeline erwarten wir deutlich mehr Sorgfalt“, erläutert Dr. Greulich.

Am 6. Januar ist wieder eine 500-Kilogramm-Fliegerbombe direkt neben der CO-Leitung bei den Kampfmittelsondierungen des Räumdienstes der Bezirksregierung entdeckt worden. Es handelt sich hierbei um den nun vierten größeren Kampfmittelfund (neben einigen Handgranaten und Nebelbomben) im Duisburger Süden in der Nähe der CO-Leitung. Bei der zuletzt gefundenen Bombe ist offensichtlich beim Aufprall das Heck mitsamt Zünder abgerissen worden. Aus diesem Grund brauchte sie nicht entschärft zu werden. Allerdings besitzt das Heck mit dem Zünder noch ausreichend Sprengkraft, um Schaden anzurichten. Es wird danach weiter gesucht.

Die Kampfmittelfunde zeigen deutlich, dass die von der BI COntra-Pipeline bei der Pressekonferenz im Juli vorgestellten Ermittlungen, mit Recherchen in Archiven USA und England, richtig sind. Der Duisburger Süden war ein bei in Not geratenen Bomberpiloten beliebter Notabwurfplatz. Hinzu kommt der Ende 1944 sechswöchige Dauer-Artilleriebeschuss. Zieht man dann noch in Betracht, dass nach offiziellen Mitteilungen des Kampfmittelräumdienstes lediglich etwa 66 Prozent aller Blindgänger durch Luftbildaufnahmen oder Detektion gefunden werden und 33 Prozent Zufallsfunde sind oder noch verdeckt liegen, so erkannt man, welcher Handlungsbedarf hier vorliegt.

Bereits im August letzten Jahres hat die Stadt Duisburg den Regierungspräsidenten schriftlich aufgefordert, den gesamten Leitungsverlauf prüfen zu lassen. Die Stadt wendet sich nun gemeinsam mit der BI COntra-Pipeline erneut an RP Büssow mit dem Appell, die Sondierungen auszudehnen. Das Unterlassen dieser Prüfung wäre aus Sicht von Stadt und BI ein weiterer Grund, der eine Inbetriebnahme der Leitung vom Grundsatz her unmöglich macht. Die BI COntra-Pipeline behält sich weitere rechtliche Schritte und Aktionen vor.

Hilbrands