Erklärung der Bürgerinitiative COntra-Pipeline

Offensichtlich sind Irritationen aufgetaucht, warum die Bürgerinitiative (BI) sich so stark mit den Kampfmittelräumaktionen beschäftigt.

Nach wie vor ist das erklärte und oberste Ziel  der BI den Betrieb der Giftgas-Pipeline durch Wohngebiete zu verhindern. Den Bau der Pipeline hat das OVG   auf eigenes Risiko für Bayer gestattet. Die mittlerweile von Experten als die unsicherste Pipeline der Welt bezeichnete 67 Km lange  Giftgasröhre gefährdet ca 180 000 Anwohner von Monheim – Duisburg. Im Duisburger-Süden haben sich daher auch ca 30 000 Bürger per Unterschrift diesem Ziel verpflichtet.

Mit den wiederholten Bombenfunden wird belegt, dass  Bayer und die bauausführende  Fa. Wingas skrupellos die eigenen Mitarbeiter einem tödlichen Risiko beim Bauaushub  des Leitungsgrabens wissentlich ausgesetzt haben.

Schon 2005 wurde in einer Besprechung (Bayer, Bezirksregierung, Wingas) vereinbart, dass die gesamte Trasse vor Baubeginn auf Kampfmittel untersucht werden muss. So ist es dann auch im Planfeststellungsbeschluss 2007 festgeschrieben worden. Bayer hat sich dann wie auch bei anderen Vergehen gegen den Planfeststellungsbeschluss nicht daran gehalten und um Kosten zu sparen, mit dem Bau begonnen.

Auch der Regierungspräsident, Herr Büssow hat geschlafen, denn ihm oblag während der gesamten Bauphase die  Bauaufsicht. In einer Besprechung mit den Pipelinegegnern im Herbst 2007 – nach dem Granatenfund im Pipelinengraben bei Rahm - hat er uns sogar versichert, die Trasse sei untersucht worden.

Erst als die BI im Juli 2009 Beweise hatte das dies unterblieben war, wurde die nachträgliche Kampfmittelsuche eingeleitet. Im Umweltprotokoll des Landtags ist nachzulesen, dass selbst der Staatssekretär des Umweltministeriums von den Firmen Wingas und Bayer belogen wurde.

Im Übrigen ermittelt die Staatsanwaltschaft zurzeit noch gegen Bayer und Wingas wegen der vor Baubeginn der 67Km langen Trasse unterbliebenen Kampfmittelräumung.

Was für jeden Garagen- oder Häuslebauer  Pflicht ist, eine Baugenehmigung zu beantragen, die wiederum erst nach Prüfung auf Kampfmittelfreiheit erteilt wird, muss auch für ein solches Großprojekt eines Weltkonzerns gelten.

Zum Verständnis für Laien sei auch noch mal erklärt, dass sicherlich ein Großteil der im Boden liegenden Blindgänger nicht von selbst hochgeht, sondern im Regelfall bei Bauarbeiten eine Gefährdung darstellt.

Allerdings sind ca 2,2% der Bomben mit chemisch/mechanischen Langzeitzündern versehen,  die aufgrund der Verrottung  des Zündmechanismus von selbst hochgehen. Dies ist im Internet zu googeln.

Und allen, die es noch genauer wissen wollen, sei empfohlen, sich über das NRW-Innenministerium die Broschüre  „Gefahrenabwehr in NRW“ kostenlos zu bestellen.

Aus all diesen Erkenntnissen leitet sich zweifelsfrei die Folgerung ab, dass Bayer als Betreiber einer solch gefährlichen Giftgasleitung durch Wohngebiete weder die ethische/ gesellschaftliche Autorität  noch genügend Verantwortungskompetenz besitzt.

Erich Hennen
Sprecher der Bürgerinitiative
COntra-Pipeline