Offener Brief an den Leiter der Duisburger Berufsfeuerwehr Branddirektor Oliver Tittmann.

Sehr geehrter Herr Tittmann,

Noch haben die Gerichte nicht endgültig entschieden, ob die CO-Pipeline in Betrieb genommen werden darf oder nicht. Das OVG in Münster wird höchstwahrscheinlich in 2019 eine richtungsweisende Entscheidung fällen.
Im Falle der Inbetriebnahme steht schon jetzt fest, welches Risiko für die in der Nähe  der CO-Pipeline wohnende Bevölkerung besteht.

Der Bürger fragt zu Recht, wer und wie wird uns bei einer Leckage oder gar bei einem Vollbruch der CO-Pipeline geholfen.
Natürlich wird in erster Linie auf die traditionell bewährte Rettung durch die Feuerwehr gehofft. Selbstverständlich erwartet die Bevölkerung auch, dass  bei einer Massenvergiftung die umliegenden Krankenhäuser oder Überdruckkammern medizinische Hilfe leisten können.

Bei kleineren Lecks und abhängig vom Ort des Gasaustritts scheint das auch garantiert zu sein.
Bei der Risikobetrachtung ist aber immer   der GAU zu betrachten. Ein nicht akzep-tables kumuliertes Risiko ist immer dann gegeben, wenn viele Menschen nahe der CO-Pipeline sind. Dies ist der Fall, an der St.Georgs-Schule in Ungelsheim, wo die CO-Pipeline in einem Abstand von 10m ca 100m parallel verläuft.

In der Schule befinden sich  ganztäglich ca. 700 Kinder und entsprechend viel Lehr-personal.

Nicht nur bei einem Vollbruch der Pipeline, sondern auch bei einem größeren Leck, können ein paar tausend Kubikmeter reines, hochgiftiges CO austreten. Mit verheerenden Folgen für alle Anwesenden in der Schule, aber auch für die  anliegenden Bewohner. Also ein nicht akzeptables gesellschaftliches Risiko.

a) Welche Rettungsmöglichkeiten hat die Feuerwehr in diesem Falle?

b) Ist die Feuerwehr für dieses Szenario ausgerüstet?

c) Haben schon Evakuierungsübungen stattgefunden?

Wir bitten um Beantwortung dieser Fragen, die wir auch vor Gericht verwerten möchten.

Bürgerinitiative Contra-Pipeline Duisburg-Süd

 

Erich Hennen
Brockenstraße 63
47259 Duisburg

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